AG: Universitäre Lehrstühle

In Deutschland ist die Rehabilitationsmedizin an den medizinischen Universitäten bzw. Fakultäten zahlenmäßig schlecht vertreten, insbesondere wenn man die Einbindung in die klinische Versorgung betrachtet. So haben nur 6% Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Rehabilitationsmedizin mit klinischem Bezug. In den USA sind es 50% und in Frankreich sogar 95%. Entsprechend lückenhaft ist die Verankerung der Rehabilitation im Medizinstudium. Dem gegenüber steht die Tatsachen, dass alle Ärztinnen und Ärzte in Ihrem Berufsleben fast täglich mit Menschen mit Rehabilitationsbedarfen konfrontiert sind. Des Weiteren arbeiten ca. 10.000 Ärztinnen und Ärzte in der Rehabilitation.

Die für die Gestaltung des Medizinstudium verantwortlichen Personen und Institutionen haben die Notwendigkeit der Lehre über rehabilitative Themen im Medizinstudium offenbar erkannt. So beinhaltet sowohl der Masterplan Medizinstudium 2020, der Nationale Kompetenzbasierte Lernzielkatalog (NKLM) als auch der neue Gegenstandskatalog Medizin (GK) Themen der Rehabilitation, der Physikalischen Medizin und der interprofessionellen Zusammenarbeit. Auch im Referentenentwurf für die Reform der ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) ist die Rehabilitation an zentralen Stellen verankert.

Diese erfreuliche Entwicklung stellt aber gleichzeitig eine Herausforderung dar: Der Mangel an Lehrstühlen macht die Umsetzung dieser Pläne nahezu unmöglich. Die Wissenschaftlich-Medizinische Allianz für Rehabilitation (WMAR) sieht es daher als eine ihrer prioritären Aufgaben an, auf die Notwendigkeit der Implementation von Lehrstühlen für Rehabilitationsmedizin an allen medizinischen Fakultäten und Universitäten aufmerksam zu machen und die Schaffung bzw. Erhaltung solcher Lehrstühle auf politischer Ebene einzufordern. Die Arbeitsgruppe "Universitäre Lehrstühle" der WMAR hat zum Ziel, hierfür Konzepte und Umsetzungsstrategien zu entwickeln.